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Westerwald – Wandermagazin 211

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Schatztruhe Westerwald – Willkommen bei den Basaltköppen. Der Natur, den Höhen und Traditionen des Westerwalds ist Autor Merlin Kiesel nachgegangen und fand dabei jede Menge Wanderbares.

REGIOPANORAMA I

REGIOPANORAMA I SCHATZTRUHE SCHWÄBISCHE WESTERWALD ALB LEGENDEN & MYTHEN in der Naturregion Sieg Der Graben der einstigen Festung Motte Broichhausen © Jennifer Siebert Im Norden des Westerwalds, bis hinein nach Nordrhein Westfalen, entführen die Erlebniswege Sieg in die mitunter mythischen Facetten der Wäller Geschichte. Neben dem Bergbau und alten Handelsrouten gibt es hier auch Legenden von Hexen und Heiligen zu entdecken. ERFRISCHENDE QUELLEN Auf etwa 12 km führt der Erzquellweg bei Mudersbach zu wichtigen Aspekten der lokalen Kulturgeschichte: vom historischen Erzabbau, wertvollem Quellwasser, das seit 1885 Hauptzutat für das lokale Bier ist, bis zu den Zeugnissen der Holzwirtschaft an den Siegtalhängen. Durch den dichten Wald am Giebelberg lädt bald die erste Quelle am Rabenstollen ein, das kalte Wasser aus den dicken Felsschichten zu probieren. Weiter zieht sich der Weg entlang alter Hohlwege, die die einstige Bewirtschaftung des Giebelwalds durch Köhler, Bergleute und Forstwirtschaft erkennbar machen. Am Rastplatz „Im Erzberg“ informieren Hinweistafeln über die Eisengewinnung in der vorrömischen La-Tène-Zeit. Auf dem Pfad durch den Wald finden sich immer wieder Vertiefungen, die auf die mittelalterlichen Bergbaubemühungen verweisen, bevor der Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. AUF DEM WEG IN DIE VERGANGENHEIT 6,3 km in die Vergangenheit führt der Zeit-Reise-Weg um Kircheib. Die Route beginnt an der 900 Jahre alten Pfeilerbasilika. Von hier geht es über Wiesen und vorbei an einem Basaltkegel, bis es gilt, die Cölnische Hohe Heer- und Handelsstraße zu queren. Die Straße verbindet die Domstadt am Rhein seit dem 9. Jh. mit Frankfurt am Main; heute als Bundesstraße B8 ausgebaut. Kurz geht es durch den Ort, bis der Pfad in ein kleines Bild oben: Auf der Spur von Wäller Sagen © Jennifer Siebert Rochus Kapelle am Hexenweg © Felix Knopp 10 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

Bild oben: Das Kloster Marienthal © Daniel Neisser Waldstück führt. Hier lassen sich anhand von Wällen und dem inneren Burggraben die Grundzüge der mittelalterlichen Hügelburg Motte Broichhausen erkennen. Von hier geht es entlang saftiger Feuchtwiesen wieder zurück zur Basilika. WÄLLER WALLFAHRT Marienthal lässt schon im Namen einen sakralen Bezug vermuten. Auf dem 2,9 km langen Klosterdorfweg rund um das Örtchen lernen Wandernde die Geschichte des Dorfes als Wallfahrtstätte kennen. Einst soll ein Hirte auf einer der Wiesen im Tal ein Gnadenbild der Gottesmutter geschnitzt haben. An der Stelle, an der er es platzierte, entstand 1460 eine Kapelle. Um der wachsenden Zahl an Pilgern gerecht zu werden, wurde eine Wallfahrtskirche errichtet, bevor die Anlage im 17. Jh. zum Franziskanerkloster ausgebaut wurde. Der Weg um das Dorf führt entlang des Kreuzwegs auf dem Kal- varienberg durch den Kurwald. Begleitet vom quirlig plätschernden Marienthaler Bach führen schmale Pfade ins Löhnbachtal und wieder zurück zum Klostergelände. DUNKLER ZAUBER In ein dunkles Kapitel der Wäller Geschichte führt der knapp 8 km lange Hexenweg bei Friesenhagen. Entlang des Rundwegs wird die Geschichte der Hexenverfolgung in der Region veranschaulicht. Im 16. und 17. Jh. war das Wildenburger Land eine Hochburg für Hexenprozesse. Zwölf Prozent der Bevölkerung standen hier wohl der Hexerei bezichtigt vor Gericht. Viele wurden verurteilt. Der Weg führt durch die idyllischen Wälder der Region und entlang gluckernder Bäche über den Blumenberg mit der Roten Kapelle. Hier sollen einst die Urteile vollzogen worden sein. Weiter geht es im Abstieg nach Friesenhagen mit seinen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Durch den Ort führt der Weg dann zum Wasserschloss Crottorf der Fürstenfamilie Hatzfeldt und zurück zum Ausgangspunkt. (mk) INFO: WWW.NATURREGION-SIEG.DE Aussicht über die Wäller Höhen auf dem Hexenweg © Jennifer Siebert www.wandermagazin.de 11