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Vogtland - Wandermagazin 211

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Wandersinfonie Vogtland – Die Wanderregion Vogtland ist wie ein Musikstück, finden unsere Autoren Michael Sänger und Merlin Kiesel. Bei ihrer sinnenreichen Analyse von Harmonie, Akkorden und Klangfarben sind sie auf Grün und Blau, Rostbraun und Schiefergrau gestoßen. Spannend!

REGIOPANORAMA VOGTLAND

REGIOPANORAMA VOGTLAND Rastmöglichkeiten bietet der Vogtland Panorama Weg® viele © VPW Archiv TVV, T.Peisker Der Vogtland Panorama Weg® MEISTERSTÜCK DES WANDERNS VOGTLANDS OPUS MAGNUM Schon der Startpunkt an der viergeschossigen Ziegelsteinbrücke über die Göltzsch ist imposant. Der 225 km lange Weg reiht Höhepunkte aneinander. Er berührt die Dreischlösserstadt Greiz, die Stadt der Spitzen Plauen, nimmt Kurs auf die Kurgrazien im Elstergebirge und stattet dem vogtländischen Musikwinkel einen Besuch ab. Er quert die Höhepunkte des Erzgebirgskammes, um dem nördlichen Vogtland mit Rodewisch und Mylau einen guten Tag zu wünschen. Es ist das Opus Magnum der vogtländischen Wandersinfonie. Göltzschtalbrücke – die größte Ziegelsteinbrücke der Welt © Archiv TVV, S. Theilig Der Vogtland Panorama Weg® (VPW) erzählt vogtländische Geschichten. Eine der schönen Geschichten erzählt die Göltzsch, die sich eine wildromantische Schlucht geschaffen hat und dann vor den Toren von Greiz in die Weiße Elster mündet. Ein Abstecher in die „Perle des Vogtlandes“ mit den fürstlichen Residenzschlössern ist lohnend. Die Route selbst nimmt südwärts Kurs auf die Burgruine Elsterberg, auf welche man einen tollen Blick vom Aussichtsfelsen Kriebelstein hat. FELSBROCKEN UND SPRUDELNDE QUELLEN Schäumend zwängt sich die blaue Lebensader durch das wilde Tal und das Landschaftsschutzgebiet Steinicht. Dann gerät schon die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt, die Elstertalbrücke, ins Visier. Durch das Nymphental geht es vor die Tore von Plauen. Ein Abstecher zum Spitzen- oder Vogtlandmuseum gefällig? Mit der Straßenbahnlinie 5 steht der Erkundung der Plauener Altstadt nichts mehr im Wege. Weiter turnt der VPW durch die bucklige Landschaft mit schmucken Dörfern Richtung Oelsnitz. Dabei führt die Route durch das interessante Burgsteingebiet. Eindrucksvoll sind die beiden 72 und 74 m hohen Türme der Stadtkirche Sankt Jakobi in Oelsnitz. Und wieder wartet der VPW mit landschaftlichem Kulissenwechsel auf Andrea Fritsch-Grimm Leitende Physiotherapeutin des Sächsischen Staatsbad Bad Elster „Mooranwendungen sind wie geschaffen für müde Füße nach einem Wandertag. Dann walkt man die salzhaltige Eisenmoorpackung mit den Füßen durch. Das entspannt kolossal. Oder man entspannt sich im Thermalbad in der Klaubersalzsole und trinkt heilsames Mineralwasser.“ © Marcus Daßler 16 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

TOURENTIPP VOGTLAND PANORAMA WEG® Eine große Runde durch das gesamte Vogtland Rundwanderung • Länge: 225 km • Gehzeit: ca. 69 Std. (12 Etappen) Höhenmeter: pq je 4.880 m • Schwierigkeit: Eine Rundtour mit ungeheurem Pfiff. Das Beste aus der Vogtlandsinfonie gibt es in zwölf zwischen 10 und 28 km langen Etappen zu entdecken. Ein seltenes Weitwandervergnügen, das auch zum Startort zurückführt. Fantastische Naturkulissen, Moore, zwei geniale Ziegelsteinviadukte, die „Vogtländische Schweiz“, verschwiegene Täler, ehrwürdige Kurbäder, der Gang durch das Burgsteingebiet mit seinen Mühlen, der Aufstieg auf den Erzgebirgskamm oder die Begegnung mit dem „Musikwinkel“ sind nur einige Beispiele für den großartigen Wandergenuss, den dieser Weg bietet. Ein Wandertraum! wanderbares deutschland Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband Q UALITÄTSWEG START/ZIEL: Göltzschtalbrücke bei Mylau/Netzschkau AN-/ABREISE PKW: A72 AS Reichenbach, dann B94 nach Reichenbach und B173 nach Mylau Parken: An der Göltzschtalbrücke, Brückenstr. 08491 Netzschkau ÖPNV: Zug bis Reichenbach, ggfs. auch bis Netzschkau. Weiterfahrt (Fahrtzeit 5-6 Minuten) mit Buslinie 80 (von Netzschkau mit der Linie 84) bis Haltestelle „Abzweig Göltzschtalbrücke“. Infos unter 03744/19449 oder www.vogtlandauskunft.de KARTE/LITERATUR: Informationen zu Karten und Literatur beim Tourismusverband Vogtland unter www.vogtland-tourismus.de oder unter 03744/188860 sowie in den Tourist-Informationen am Weg. DER BESONDERE TIPP: Der VPW tangiert zwei Straßenbahnhaltestellen vor Plauen, z. B. für einen Abstecher in die Stadt (hist. Stadtkern, Spitzenmuseum, Vogtlandmuseum u.v.m.) S ERLEBNISPROFIL Mineralquellen und Naturmoorvorkommen in Bad Elster und Bad Brambach, Drachenhöhle Syrau (Tropfsteinhöhle) Landschaftsschutzgebiet Steinigt an der Weißen Elster, Naturschutzgebiet Großer Weidenteich bei Plauen, Naturpark Erzgebirge-Vogtland 82 Panorama-Aussichten, zum Teil Aussichtstürme, Aussichtsfelsen. Es gibt 38 Einkehrmöglichkeiten und 380 Rastplätze INFO: Tourismusverband Vogtland e.V., Göltzschtalstr. 16, 08209 Auerbach/V. Tel. 03744/1 88 86-54 info@vogtland-tourismus.de www.vogtland-tourismus.de Stefan Rehms Geigenbaumeister „Von kleinauf war ich von Musikinstrumenten umgeben. Da war rasch klar, dass ich Geigenbauer werde. Dazu verarbeiten wir Fichte, Bergahorn und Ebenholz. Auf Wunsch auch einheimische Hölzer. Vom Holzscheit zur fertigen Geige dauert es etwa drei Monate.“ © Marcus Daßler Bild unten: Altes Kurhaus Bad Elster © Archiv TVV, T. Peisker und zieht südwärts Richtung Elstergebirge. Das Staatsbad Bad Elster ist eines der ältesten Moorheilbäder Deutschlands. Mit dem heilenden „Elstersäuerling“ begann 1818 der Kurbetrieb. Nur wenige, aber herrliche Kilometer weiter südwärts erreicht der VPW erst das denkmalgeschützte Ortsensemble von Raun und dann Bad Brambach mit seinen Mineralwässern und der Radonquelle. MUSIK, MUSIK, MUSIK Von nun an nimmt der VPW Kurs auf den Musikwinkel mit den Zentren des Musikinstrumentenbaus Markneukirchen und Klingenthal. Die Stadt mit dem klingenden Namen und der hochmodernen Skisprunganlage kuschelt sich an die Südhänge des Erzgebirgskammes. Was hier mit dem Geigenbau vor 400 Jahren begann, findet heute im Akkordeonbau seine Fortsetzung. Vom 936 m hohen Aschberg mit Aussichtsturm gelangt man über Mühlleiten und Jägersgrün auf den Erzgebirgskamm und zur Deutschen Raumfahrtausstellung im kleinen Rautenkranz. Sigmund Jähn, der erste deutsche Kosmonaut, wurde hier geboren. Der Traumpfad führt nun wieder nordwärts über den Kuhberg, stattet dem Bierdorf Wernesgrün einen Besuch ab und erreicht im Tal der jungen Göltzsch Rodewisch mit dem gleichnamigen Renaissanceschlösschen. Kurz vor dem Endpunkt der Wanderung erblickt man von Burg Mylau, auf einem Felssporn über Mylau gelegen, wieder das Wunderwerk der Göltzschtalbrücke und den Endpunkt. Was für eine beschwingte Fußreise voller Musik. Eine Komposition mit dem „piano“ gurgelnder Bäche, dem „forte“ wilder Flüsse und einem vielstimmigen „andante“ des morgendlichen Vogelorchesters im wogenden Wald. Herrlich! 1000 800 600 400 200 m km 50 100 150 200 www.wandermagazin.de 17