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Vogtland - Wandermagazin 211

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Wandersinfonie Vogtland – Die Wanderregion Vogtland ist wie ein Musikstück, finden unsere Autoren Michael Sänger und Merlin Kiesel. Bei ihrer sinnenreichen Analyse von Harmonie, Akkorden und Klangfarben sind sie auf Grün und Blau, Rostbraun und Schiefergrau gestoßen. Spannend!

REGIOPANORAMA VOGTLAND

REGIOPANORAMA VOGTLAND Blick auf Greiz im Tal der Weißen Elster © Archiv TVV, S. Theilig Harry Reinhold Kreiswegewart am Elsterperlenweg® „Toll ist am Elsterperlenweg, mal von der fantastischen Landschaft abgesehen, dass man von Bahnhof zu Bahnhof wandern kann. Selbst diverse markierte Abkürzungen sind durch Querverbindungen zwischen linkem und rechtem Elsterufer möglich.“ © Marcus Daßler Namensprägend für den qualitätsgeprüften Weg ist die Flussperlenfischerei vergangener Tage. Im Volksmund trägt die Fürstenresidenz „Greiz – fürstlich vogtländisch“ den Beinamen „Perle des Vogtlandes“. Die Faszination der Dreischlösserstadt im Herzen des Vogtlandes ist beeindruckend. VOM CHARAKTER DER FREIEN NATUR 1872 erhielt Rudolph Reinecken den Auftrag, die Pläne des berühmten deutschen Gartenarchitekten Carl Eduard Petzold für einen englischen Landschaftsgarten an der Stelle des „Baum-, Küchen- und Lustgartens“ entlang der Weißen Elster aus dem 17. Jh. in die Tat umzusetzen. Er legte den Grundstein für den heute denkmalgeschützten Fürstlich Greizer Park mit dem zentralen Parksee und dem Sommerpalais der Greizer Fürsten. Könnte man sich einen schöneren Startpunkt für den zauberhaften „Elsterperlenweg®“ mit seinen sechs Etappen denken? „Immer solle der Park den Charakter der freien Natur tragen“ war das Credo des fürstlichen Gärtners und späteren Direktors. Ob er wohl dabei an das Naturspektakel der Weißen Elster zwischen Wünschendorf mit der 1000-jährigen Veitskirche, der spektakulären überdachten Holzbrücke und Greiz gedacht hatte? Ich glaube: Ja! Der Elsterperlenweg® EINE PERLENKETTE DER NATUR DIE VOGTLAND- OPERETTE Wie bei einer Perlenkette reiht der 75 km lange Rundwanderweg glanzvolle Höhepunkte aneinander. Darunter reihenweise Tief-, Ein- und Überblicke der besonderen Art, mal in das Tal der Weißen Elster, mal darüber hinweg. Mal gestaltet er sich als Steig mit alpinem Flair wie in den Rüßdorfer Alpen, dann als waldreiche Spur, um anderswo wieder den Beweis eines Panoramaweges zu liefern. Wahrhaft operettenhaft! Was für eine spannende Wegeführung. Mal ganz nah dran am tief in das Thüringische Schiefergebirge eingezwängte Flussbett, dann wieder mit Abstand über die Höhen führend. Zwischendurch schäumend, dann wieder träge mäandernd, hat sich die Flussdame ihr Bett gegraben. Gerne vernehmlich laut, dann wieder im leisen Flüsterton. Ein Freigeist der Natur und voller Charakter. SPANNUNGSGELADEN UND FLEXIBEL Herausragend für die individuelle Gestaltung der Route sind die Bahnanschlüsse in Greiz, Neumühle, Berga und Wünschendorf. Dazu gibt es strategisch geschickt angelegte Querspangen. So kann man sich einzelne Etappen herauspicken und immer wieder auch nach 14 WANDERMAGAZIN Sommer 2021

Lust und Laune abkürzen. Daher ist auch die Etappenabfolge nicht wirklich zwingend und starr. Die eigentliche Wegedramaturgie gibt die Weiße Elster vor, mal ganz nah dran bis ans Ufer oder steil zur abstürzenden Hangkante wie am Amselfelsen mit Blick auf Neumühle. Oder mit anspruchsvollem Auf und Ab wie zwischen Wünschendorf und Berga. Höhepunkte, wie das ehemalige Kloster Mildenfurth im Tal der Weida, die vor Wünschendorf in die Weiße Elster mündet, liefern die kulturellen Perlen des Weges. Dazu kommen Aussichtsfelsen wie der Geyerstein, die Teufelskanzel oder die Bastei als natürliche Schmuckstücke. Dazwischen gerne mal urige Waldpassagen, um dann wieder den urbanen Perlen wie Berga, Neumühle oder dem herrlichen Dorfanger in Nitschareuth die Ehre zu geben. Und wer dann vom Weißen Kreuz über dem Tal der Weißen Elster den atemberaubenden Blick auf Greiz genießt, hat eine ganz außergewöhnliche Wanderroute – mir fiel hier spontan die Metapher an eine Operette ein – absolviert. Herausragend! Almut Kaul Gastführerin in Greiz „Im Park hat jeder Baum und Strauch seinen Platz. Dabei spielen Form, Farbe und Geruch des Gehölzes eine Rolle. Es ist daher kein Wunder, dass der Park zu jedem Zeitpunkt auf den Besucher eine andere Wirkung entfaltet. Man sieht es einfach und man kann es riechen.“ © Marcus Daßler TOURENTIPP ELSTERPERLENWEG® Von Greiz über Berga nach Wünschendorf und zurück Rundwanderung • Länge: 72 km • Gehzeit: ca. 26 Std. (4-6 Etappen) Höhenmeter: pq je 1.826 m • Schwierigkeit: Was für ein Wanderspektakel. Die Weiße Elster liefert sich im Abschnitt zwischen Greiz und Wünschendorf einen atemberaubenden Kampf mit den Gesteinspaketen des Thüringischen Schiefergebirges. Links herum und rechts herum umkurvt der insgesamt 257 km lange Fluss die waldreichen Höhen. Der Elsterperlenweg hat sich zwischen Wünschendorf und seiner überdachten Holzbrücke und den Schlössern von Greiz wahrlich das Sahnestück herausgesucht. Da kuscheln sich schmucke Dörfer an den Fluss, da eilt das Gewässer durch Engstellen und schlägt träge strömend herrliche Halbkreismäander. Unterwegs kann man in Berga oder Neumühle aussteigen und mit der Bahn zurückreisen. wanderbares deutschland Zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband Q UALITÄTSWEG S Clodramühle © Mario Walther START/ZIEL: 07973 Greiz, Zentrum AN-/ABREISE PKW: A72 AS Reichenbach und die B94 nach Greiz oder A9 AS Lederhose, die B175 bis Weida, B92 u. L2330 bis Wünschendorf Parken: In Greiz am Elsterufer; In Wünschendorf am Bahnhof oder P Märchenwald ÖPNV: Nach Wünschendorf oder Greiz mit der Vogtlandbahn (Gera-Plauen), die Bahn hält auch in Berga und Neumühle; Alternativ: Nach Wünschendorf über Erfurt mit der RE1 der DB bis Gera, dann RE3 bis Wünschendorf bzw. Greiz. Fahrplanauskunft: 089/5488897-25 oder www.vogtlandbahn.de. Alternativ auch www.vogtlandauskunft.de KARTE/LITERATUR: Flyer mit Karte sowie weitere Infos beim Tourismusverband Vogtland (s. Info) so- 400 wie in den Tourist-Informationen entlang des Weges. INFO : Tourismusverband Vogtland e.V. Göltzschtalstr. 16, 08209 Auerbach/V. Tel. 03744/1 88 86-54 info@vogtland-tourismus.de www.vogtland-tourismus.de Tourist-Information Greiz Burgplatz 12, 07973 Greiz Tel. 03661/68 98 15 tourismus@greiz.de, www.greiz.de ERLEBNISPROFIL Fürstlich Greizer Park Veitskirche, Kloster Mildenfurth, Holzbrücke in Wünschendorf Museum Oberes Schloss, Museum Unteres Schloss, Sommerpalais Greiz Blick ins Elstertal bei Berga © Archiv Regionalmanagement Greiz 300 200 m km 10 20 30 40 50 60 www.wandermagazin.de 15