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Sachsen – Wandermagazin 213

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Malerweg Sächsische Schweiz, Vogtland-Panorama-Weg, Kammweg Erzgebirge-Vogtland, Oberlausitzer Bergweg – Wandern in Sachsen lohnt sich nicht nur auf diesen beliebten Fernwanderwegen, sondern auch auf unzähligen kürzeren Wegen für Halbtages- und Tagestouren.

REGIOPANORAMA SACHSEN

REGIOPANORAMA SACHSEN TEXTE: MERLIN KIESEL So geht’s! Sachsen wandernd entdecken Eigentlich sollte es niemanden überraschen, aber man kann es nicht oft genug betonen: Sachsen ist eine der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderregionen Deutschlands. Von den sanften, grünen Hügeln des Vogtlands zu den Ufern des Neuen Seenlands, über die Kämme des Erzgebirge bis in die zerklüfteten Säulen des Elbsandsteingebirges: Hier ist für alle Wandernden etwas dabei. Zusätzlich zu den bekannten Touristen-Spots wie der Basteibrücke oder den Innenstädten von Dresden und Leipzig, deren Besuch sich immer lohnt, gibt es noch viel Unerwartetes auf sächsischen Wanderwegen zu entdecken. Neben den vier großen Fernwanderwegen Malerweg, Kammweg Erzgebirge-Vogtland, Vogtland Panorama Weg ® und Oberlausitzer Bergweg gilt es unzählige lange und kurze Strecken unter die Füße zu nehmen. Ob Pilgerreisen entlang der Via Sacra, Stadtwandern durch Chemnitz, alleine beim Trekking oder mit der Familie auf Spazierwanderwegen, hier in Sachsen findet man Wege, die es lohnt zu gehen. Und dabei führen sie meist durch einzigartige Landschaften und Naturräume mit Fichtenund Mischwäldern, aber auch wilden Wiesen, Flüssen, Bächen und Seen. Und neben den herzlichen menschlichen Bewohnern begegnen einem mit etwas Glück auch seltene tierische Sachsen: Wildkatze und Luchs werden hier manchmal beobachtet, ebenso wie vereinzelte Elche. Und wenn die Füße doch einmal müde werden, laden die Sächsischen Staatsbäder im Vogtland zum Entspannen ein. Oder man verlagert die Belastung in die Arme und paddelt durch das Lausitzer Seenland oder das Leipziger Neuseenland. Wer dann noch nicht ausgelastet ist, kann den frühen Sportkletterern in der Sächsischen Schweiz hinterher kraxeln oder in einem der vielen Museen die Denkmuskeln anstrengen und mehr zu Kultur und Geschichte im Freistaat lernen. INSPIRATION FINDEN Die Basteibrücke im Elbsandsteingebirge © Francesco Carovillano Auch neben bildenden Künstlern wie Ludwig Richter und Robert Sterl, die die Sächsische Schweiz auf Papier und Leinwand bannten, war und ist Sachsen ein kreativer Schmelztiegel: Musikalische Größen wie J. S. Bach, Mendelssohn Bartholdy oder Carl Maria von Weber waren in Sachsens Städten schöpferisch tätig. Auch literarische Größen haben hier gewirkt, wie G.E. Lessing, der in der Oberlausitz geboren wurde und in Leipzig studierte, oder Karl May, dessen Lebensstationen sowohl bei Zwickau als auch in der Nähe von Meißen gefunden werden können. Görlitz und Sachsens Schlösser inspirieren seit Jahrzehnten auch Filmemacher und bieten Kulissen für internationale Produktionen. Der Cospundender See im Leipziger Neuseenland © TMGS, Dennis Stratmann Gleich hier das brandneue Aktivmagazin Sachsen kostenfrei bestellen: www.aktiv.land/wandermagazin 10 WANDERMAGAZIN Winter 2021/2022

GESCHICHTE ENTDECKEN TRADITION ERLEBEN PERSPEKTIVE WECHSELN Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz © TMGS, Dennis Stratmann Kunsthandwerk ist Tradition im Erzgebirge © TMGS, Dennis Stratmann Umgebindehäuser in der Oberlausitz © TMGS, Achim Meurer Die Herrschaft der Vögte samt den Schlössern und Burgen, die sie hinterließen, ist nur eine von vielen Epochen, die Sachsen prägten. So finden sich abseits des Vogtlandpanoramawegs prähistorische Zeugnisse an Elbe, Mulde und Spree, die auf erste Siedlungen vor über 7.000 Jahren hinweisen. Von den Marktgrafen Meißens über Martin Luther, den Dreißigjährigen Krieg und die Napoleonischen Freiheitskriege war Sachsens Geschichte stets bewegt. Im 20. Jh. waren das Treffen der Alliierten aus Ost und West in Torgau und die deutsch-deutsche Grenze, die heute das Grüne Band bildet, sowie deren Auflösung durch friedliche Proteste ausgehend von Plauen und Leipzig wegweisend für den Freistaat. Sachsen hat Tradition: Der Freistaat ist weltweit bekannt für seine Handwerkskünste, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Im Erzgebirge schnitzt man noch heute Nussknacker, Räuchermännchen und Kasperpuppen von Hand. Im Vogtland erlebt man live, wie die Musikinstrumente gebaut werden, die auf Bühnen von der Dresdner Semperoper bis zum Opernhaus von Sidney erklingen. Entlang des Elbetals bei Dresden, dem östlichsten und einem der kleinsten Weingebiete Deutschlands, wird auf eine über 1.000-jährige Weinbaugeschichte zurückgeblickt. Genauso haben die Plauener Spitze und das berühmte Meissener Porzellan lange Traditionen. Eine ganz besondere Stellung nimmt die Pflege der sorbischen Kultur in der Lausitz ein immerhin ist Bautzen die Hauptstadt der nationalen Minderheit. Den Blickwinkel verändern in Sachsen nicht nur die Panoramen. Auch geistig wird auf neue Impulse gesetzt. Die Architektur der Lausitzer Umgebindehäuser zeigt bereits die frühe Kooperation von Franken und Slawen. Der Austausch mit Tschechien und Polen zeigt, wie wertvoll der europäische Gedanke ist. Görlitz bildet heute mit Zgorzelec eine grenzübergreifende Europastadt und schlägt so buchstäblich eine Brücke der Freundschaft. Auch Beethovens Hymne „Ode An die Freude“ hat sächsische Wurzeln: Das Schiller-Gedicht, auf dem das Stück beruht, wurde in Leipzig geschrieben. Bei Forschungsarbeiten an den Universitäten in Dresden und Leipzig ist die Perspektive im Freistaat klar die Zukunft: Innovationen von Fahrzeugtechnik bis zur Photovoltaikfertigung machen Sachsen zur Vorreiterregion. Die Fichtelbergbahn im Erzgebirge © René Gaens Blick von der 170-jahrealten Basteibrücke © TMGS Dennis Stratmann www.wandermagazin.de 11