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Grenzgaenger – 6 Etappen zwischen Tirol und Bayern

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International geht es im Pocketguide zum Grenzgänger zu, der zweiten Beilage der Winterausgabe: Auf 19 Seiten finden sich alle notwendigen Informationen für den 65 km langen Fernwanderweg auf dem Grenzkamm zwischen Deutschland und Österreich.

Grenzgänger Die

Grenzgänger Die längste Wander-Baustelle der Alpen Siegfried, Thomas, Kilian und Michael haben vier Sommer in den Grenzgänger-Bergen verbracht. Die Wegbauspezialisten des Forstunternehmens Finsterer aus Reichenbach schufen seit 2017 einen sicher und gut begehbaren Wanderpfad entlang des Grenzkamms zwischen Tirol und Allgäu. Ein Besuch auf der längsten Wander-Baustelle der Alpen. Wer früh oder spät unterwegs ist, der genießt den Grenzgänger mit intensiven Farben. 6 Morgens 6 Uhr. Die „Finsterer-Jungs“ haben Rucksack und Proviant dabei sowie eine Kraxe auf dem Buckel jeder von ihnen hat 30 bis 40 kg Material auf den Schultern: Befestigungspfosten für die neuen Wegschilder, die Ersatz-Motorsäge, Fäustel, Hacke. Trotz der Ladung gewinnen die vier Wegebauer schnell an Höhe am Grenzgänger-Notabstieg unterhalb des Rauhorns. Zeit, den herrlichen Blick hinauf zum Gaishorn und Rauhorn zu bestaunen, hat keiner. Alle konzentrieren sich auf den Weg, der in den nächsten Wochen „inwertgesetzt“ werden soll. Die Wege werden sicherer, nicht „ausgebaut“ sie werden eher schmaler als breiter und schaffen Sicherheitsreserven, wo es steil nach unten geht und der Untergrund abschüssig, glitschig oder nicht griffig ist. Herrichten, das ist so ein Wort der Wegebauer. „Wir richten den Weg.“ ERMITTELN, KATALOGISIEREN, LOSLEGEN Wenn die Jungs am „Notabstieg Vilsalpsee“ loslegen, ist bereits ein schönes Stück Arbeit getan. Holger Theisen aus Sonthofen hat den Sanierungsbedarf des 65 km langen Etappenwandersteigs ermittelt und katalogisiert. 360 Seiten Ausschreibungsunterlagen sind das Ergebnis für diese EU-geförderte Baustelle. Für die Umsetzung des Grenzgängers sorgt Projektleiter Thilo Kreier beim Markt Bad Hindelang. Er hat das Projekt von der Idee

PFLANZEN & TIERE SCHÜTZEN Vor jedem Baulos wird festgelegt, was aus Naturschutzgründen überhaupt realisiert werden kann. Beim Grenzgänger wird fast durchgehend auf den Einsatz von Maschinen und technischen Helfern verzichtet. an begleitet. „Es gibt bei uns in den Allgäuer Hochalpen für jedes alpine Ziel eine historisch gewachsene Ideallinie, der wir folgen. Die haben dereinst Hirten erfunden oder Schmuggler“, so Kreier. „Diese Wege sind einfach die besten Routen. Wir machen sie sicherer, wo es nötig ist.“ Übrigens: Auf den 65 km Grenzgänger hängen immerhin gut 400 m Seil eine Quote von 0,5 Prozent. NATURNAH UND SYMPATHISCH Die Arbeiter profilieren die Wege naturnah neu, wenn sie stark abschüssig oder vom Hang weg geneigt und schwierig zu begehen sind. Sie bauen Entwässerungsableitungen ein und manchmal Treppenstufen aus Holz, Stein oder Stahl. Doch auch nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Grenzgänger naturnah sein, sich trotz aller Sicherungsarbeiten harmonisch in die Natur einfügen. Den Feinschliff erhalten besonders anfällige Passagen mit einer Kiesschicht, bei deren Aufbringen sich die Arbeiter vom Helikopter helfen lassen ein Schauspiel, bei dem Wanderer gerne mal zuschauen. Überhaupt, die Wanderer. Beschwerden über die Bauarbeiten habe es bis heute noch keine einzige gegeben: „Gott sei Dank. Das liegt an der naturnahen Ausführung der Arbeiten!“, sagt Kreier. Doch die beste Erklärung liefern die Jungs vom Wegbautrupp selbst. Wer vorbeikommt, dem erklären Sigi, Michi, Thomas und Kili gerne persönlich, was sie gerade machen. Bei gutem Wetter kein Problem, bei Regen eine Rutschpartie: Einige Passagen des Grenzgängers wurden moderat gesichert. wwww.grenzgaenger-wandern.com 7