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Siegerland-Wittgenstein – Waldmeer & QuellenReich

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Waldmeer & QuellenReich. 32 Seiten voller Naturplätze & Kulturschätze in Siegen-Wittgenstein

Das

Das QuellenReich auf dem Rothaarkamm Der sprudelnde Berg Doris Herrmann, 53 Jahre, Gärtnerin und Landschaftsarchitektin „Die Kunst des Landschaftserlebnisses ist es, mit geringsten Anregungen zu motivieren, in die Landschaft hineinzuspüren, damit die Werte, die Geschichte und die Qualität in der Landschaft von einem bestimmten Punkt aus gespürt, gefunden und gedacht werden können.“ „Quellen bedeuten für mich Ursprung, Anfang, Reinheit, Lebensraum, Inspiration, Frische das ist Leben.“ Ich bin mit Doris Herrmann verabredet. Der gelernten Gärtnerin und studierten Landschaftsarchitektin aus dem Siegerland hat es das QuellenReich oberhalb von Hilchenbach, Netphen bzw. Erndtebrück und Bad Laasphe angetan. Vier Quellen, zwischen Ginsberger Heide und Haincher Höhe, 600 m hoch auf dem Kamm des Rothaargebirges gelegen, beweisen nachdrücklich: Hier wandert man über ein Wasserschloss. Hier schlängelt sich der Rothaarsteig über den schmalen Rothaarkamm, der die Gebirgskammern von Siegerland und Wittgensteiner Land trennt. Mythen, Nymphen und Elfen Eder, Sieg, Lahn und Ilse erblicken hier das Licht der Welt. Schon die Kelten, die nachfolgenden Germanen und Römer hatten ihre Freude an den vier Schönen. Als Langona erwähnte der römische Geschichtsschreiber Tacitus die Lahn. „Sikkere“ taufen die Kelten die Sieg und „Adrina“, so kann man die Hinweise deuten, nannten die Germanen die Eder. Der kleinen Ilse, die als einzige der vier Flussgrazien aus einem Felsen sprudelt, werden heilende Kräfte nachgesagt. Es wird berichtet, dass nächtens bei Mondschein schon mal Mondscheinwasser abgezapft wird. Die Schar der spirituell inspirierten Quellenfreunde ist groß. Es gibt Quellmythen und Sagen von Quellnymphen. Im schmalen Wiesental der Ilse gibt es den zwei Kilometer langen Märchenwanderweg „kleiner Rothaar“, der junge und große Wandergäste für das Reich des Kobolds namens Kleiner 16

Wandern pur In der Nähe erwarten der 11,1 km lange Mythen- und Sagenweg in Bad Laasphe, der bereits erwähnte Ilsetalpfad (16,6 km) mit Start und Ziel in Feudingen, der Mäanderweg (25,4 km) mit Start und Ziel in Erndtebrück, der 7,2 km kurze Kalorienpfad in Hilchenbach und der Netphener Keltenpfad (14,9 km) den Wandergast. Alle Tourenvorschläge sind im Pocketguide „Rundtouren Siegerland-Wittgenstein“ enthalten. www.siegerland-wittgenstein.com pfad für Kinder und Familien hingegen ist sie überzeugt. Die Siegquelle ist auch Anfang oder Ende des Natursteigs Sieg, dessen Schlussstück bald eröffnet werden soll. Quellteich und ein Quellmoor Zum nächsten Fluss in diesem einzigartigen Wasserspeicher sind es nur knapp fünf Kilometer auf dem Rothaarsteig, dem allerersten Prädikatsweitwanderweg Deutschlands. Anders als Ilse, Lahn und Sieg entspringt die Eder aus einem bruchwaldartigen Quellmoor. Aus vielen tröpfelnden Stellen des Bruchwaldes fügt sich schon bald ein Bach, der sich Richtung Wittgensteiner Land später zu einer schlingenschlagenden Flussschönheit mit herrlichen Wiesenauen entwickelt. Die Lahn genehmigt sich indes einen kleinen, idyllisch unter Linden und Bergahorn gelegenen Teich. Hier beginnt auch der 288 km lange Lahnwanderweg seine Reise bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein. Die Lahn strömt Rothaar begeistert. Auch der 16,5 km lange Ilsetalpfad (gehört zu den Rothaarsteig-Spuren) führt die großen Wanderfreunde zur idyllisch gelegenen Quelle. Doris Herrmann wurde vor einigen Jahren beauftragt, dem in die Jahre gekommenen Quellort der Sieg ein neues, natürlicheres Gesicht zu verleihen. Auf die Frage, woher sie denn die Inspiration für die heutige Quellführung mit der halbrunden, ausgehöhlten Holzrinne und dem Steinquader mit der Wasserentnahmemulde hatte, antwortet sie ohne nachzudenken „solche Einfälle kommen mir beim Wandern durch die Natur!“ Die in Mode gekommene Mystifizierung mit nachtaktiven Quellelfen und Nymphen, einem unterirdischen Kosmos aus Zwergen- oder Königreich gehört für sie ins Reich der Sagen und Märchen. Real sei hingegen die besondere Reinheit des Quellwassers und die Einzigartigkeit des Lebensraumes direkt am Quellhorizont. Von dem 1.500 m kurzen Walderlebniszwar zunächst ostwärts, mündet aber letztlich im Vater Rhein. Da nimmt die Sieg den direkten Weg. Die Eder hingegen fließt später, nach der Vereinigung mit der Fulda, als Weser mit der Werra vereint zur Nordsee. Je nach Laufrichtung kurz vor oder nach der Ederquelle berührt der Rothaarsteig das beschauliche Höhendörfchen Benfe. Hier startet der Mäanderweg Richtung Erndtebrück, auch einer der zwölf „WanderHöhepunkte links und rechts des Rothaarsteigs“. Mehrere Bergpässe überwinden den grünen und wasserreichen Sperrriegel des Rothaarkamms. Über den Lützeler Pass zwischen Hilchenbach im Siegerland und Erndtebrück im Wittgensteiner Land windet sich die Rothaar-Bahn in Kehren und durch Tunnels nach oben. Noch mehr Quellen Doris Herrmann ist sich sicher, dass es im QuellenReich noch hunderte weiterer Quellen gibt. Die teils namenlosen Rinnsale treten kaum bemerkt aus dem Quellhorizont aus und vereinen sich nach einigen Höhenmetern mit anderen Bächlein. Mit Benfe, Netphe, Ferndorf oder Ilm gibt es noch vier weitere, größere Bäche und gekennzeichnete Quellen. Wenn es nach der gelernten Gärtnerin ginge, würden kleine Holzstelen mit dezent gehaltenen Plaketten überall dort stehen, wo sich im näheren Umkreis weitere Quellen befinden. „Es sprudelt nur so aus dem Berg“, es seien Quellen der Frische, der Lebendigkeit und Reinheit. Für Doris Herrmann ist klar, dass man Quellen von unten nach oben ansteuern muss. Der Mensch sei nun mal so gestrickt, dass er den Ort des Ursprungs sehen möchte. Daher sei es ein besonderes Erlebnis, wenn man dem sich zunehmend verjüngenden Bachlauf Schritt für Schritt nach oben bis zum ultimativen Ursprung folgt. „Unser Berg ist voll von diesem reinen Wasser“. Übrigens, unweit der Ederquelle, am Forsthaus Hohenroth mit gemütlicher Gastronomie am Wochenende, befindet sich ein Rotwildgehege. Ganz in der Nähe liegt auch der abenteuerliche Kyrillpfad, der spielerisch, aber eindrucksvoll aufzeigt, welche Kräfte ein Sturm entfacht und wie sich die Natur nach dem brachialen Windbruchereignis wieder erholt. Spaß und frisches Siegwasser an der naturnah gestalteten Siegquelle im QuellenReich Foto oben: Klaus-Peter Kappest, Foto unten: Michael Sänger 17