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Ruhrgebiet – Wandermagazin 200

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Ruhrgebiet: Route der Industriekultur. Autorin Eva Hakes spürt dem Wandel des Ruhrgebiets nach – sie fand die Wiege des Bergbaus, Zeugnisse des Wandels und Kunst auf der Halde – persönliche Begegnungen mit Vertretern der Region inklusive.

REGIOPANORAMA RUHRGEBIET

REGIOPANORAMA RUHRGEBIET Bismarckturm und aussichtsreiche Bänke am Mechtenberg binien, Brombeeren und vielem anderen gebildet hat. Diese „postindustrielle Wildnis“ zählt zu den artenreichsten Wäldern Europas, selbst einige zur Roten Liste gehörende gefährdete Arten sind hier heimisch. Wo einst die Zeche Rheinelbe die Natur verdrängte, befindet sich heute eine Forststation, deren Förster die natürlichen Prozesse dieser neuen Wildnis dokumentiert, begleitet und interessierten Besuchern nahebringt. Bild oben: Sonnenaufgang am Aussichtspunkt am Mechtenberg magnet ist, führt die Landschaftsarchitektur auf dem Acker in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings ein etwas stiefkindliches Dasein. Wer die Schätze des Ruhrgebietes heben möchte, muss ein bisschen tiefer schürfen. Das gilt nicht nur im Kohlebergbau, sondern auch bei der Entdeckung dessen, was heute als Industrielle Kulturlandschaft bezeichnet wird: das eindrucksvolle und durchaus harmonische Miteinander von Industrieflächen, Wohnsiedlungen, Agrarland und Industrienatur. WILDER WALD AUF RHEINELBE Die Halde Rheinelbe, die wir nach einem entspannten Streifzug vom Mechtenberg durch den Landschaftspark Mechtenberg erreichen, ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Sie ist eine der ältesten Industriebrachen Europas, auf der sich ein wilder Wald aus Birken, Salweiden, Ro- DIE HALDE LIEBEN Wir schicken uns an zum Gipfelsturm auf die Halde Rheinelbe. Der in Serpentinen aufwärtsführende Weg durch den „wilden Wald“ der Halde ist ausgesprochen komfortabel. Ludger Staudinger, der Fotograf, schaut jedoch etwas besorgt auf den staubigen Boden. Für den kommenden Monat ist ein Hochzeitsshooting auf der Halde gebucht. Deren verdichteter Untergrund besteht aus Bergematerial, Schlacken, Kohleschlämmen und Schutt. Folglich ist er tiefgrau und der Fotograf sieht schwarz für das weiße Brautkleid. Sei’s drum. Ruhrpottbewohner bringen den Halden inzwischen eine ähnliche Wertschätzung entgegen wie die Österreicher ihren Almen und Bergen. Halden sind Orte, an denen man sich über die Hektik des Alltags erhebt, den Blick weit über das vertraute Land schweifen lassen und Himmelstreppe von Hermann Prigann auf der Halde Rheinelbe © Wandermagazin, S. Pries 14 WANDERMAGAZIN Herbst 2018

sich dabei vollkommen zu Hause fühlen kann. Welcher Ort wäre besser geeignet für unvergessliche Hochzeitsfotos? Kunstinstallation am Bauernhof Budde „Im Hinblick auf die Integrität der Brautfrisur vermutlich so ziemlich jeder“, denke ich, als ich oben bin. Wir stehen am Fuße von Priganns Himmelstreppe, die entfernt an eine mit Graffitis verschönerte Inkapyramide erinnert. Die Sonne knallt, der Wind pfeift uns um die Ohren. Der Blick reicht in gefühlt unendliche Weiten. Der Fotograf schaut mit ziemlich verzücktem Blick auf seine Heimat, die auch von hier aus überraschend grün und bewaldet wirkt. „Hier im Süden schauen wir bis ins Bergische Land hinein, das da hinten im Westen ist das Rathaus von Essen und der RWE-Turm“, erklärt er, „etwas weiter nördlich sehen wir Zeche Zollverein, die zum Unesco-Welterbe erklärt wurde, und ganz weit da drüben den Gasometer von Oberhausen.“ Noch weiter im Norden, zwischen Gelsenkirchen und Herne, erahnen wir die Bögen des Horizontobservatoriums der Halde Hoheward. Im Osten blicken wir auf das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum. Aus der Ferne grüßt der Dortmunder Fernsehturm Florian. der letzten Zeche des Ruhrgebietes liegt, die noch in Betrieb ist. Zum Ende des Jahres 2018 wird Prosper-Haniel geschlossen und der Bergbau im Ruhrgebiet wird zu seinem Ende finden. Der Weg nach oben ist geprägt vom typischen Industriewald der Halden, in dem die Birke als „Siedlungspionier“ eine besondere Rolle spielt. Darüber hinaus zieht ein von der Künstlerin Tisa von der Schulenburg gestalteter Kreuzweg mit seinen ebenso schlichten wie ausdrucksvollen Kupferstichen unsere Blicke auf sich. Unbedingt sollte man den Besuch der Bild oben: Halde Rheinelbe mit Himmelstreppe HALDE HANIEL: ABENTEUER KUNST Wer sich den Ikonen der Route der Industriekultur nähern möchte, findet auf den Halden des Ruhrgebietes dazu die beste Möglichkeit. Die einst nackten Hügel aus Abraumprodukten, sind heute grüne Naherholungsgebiete, und darüber hinaus von Künstlern gestaltete Erlebnisräume. Eingebunden in einen weit über die regionalen Grenzen hinausweisenden Kontext wird hier der Pott mit seinen nicht enden wollenden Wandlungsprozessen auf eine fast poetische Weise erfahrbar. KUNST AM KREUZWEG Wir sind auf dem Weg zum Gipfel der Halde Haniel, die in unmittelbarer Nähe Blumen auf dem Weg zur Spitze der Halde Rheinelbe www.wandermagazin.de 15