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Kraichgau-Stromberg – Wandermagazin 202

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Auf 22 Seiten präsentieren wir Ihnen das märchenhafte Wanderland Kraichgau-Stromberg im Nordwesten Baden-Württembergs. Wanderer können in diesem Schlaraffenländle mit seinen Weinbergen, Streuobstwiesen und natürlich den „Besa“, den von Winzern geführten urigen Gaststätten auf Zeit, Wandern und Genießen auf das Beste verbinden. Wald und Wasserliebhaber kommen hier ebenfalls ins Schwärmen, sei es an den steilen Muschelkalkfelsen rund um Zaber, Enz und Neckar oder in den Eichenwäldern des Naturpark Stromberg-Heuchelberg, der Heimat des Phantoms des Strombergs, der Wildkatze. In den zahllosen Fachwerkaltstädtchen wie Bretten, den Burgen auf den Hügeln, dem Welterbestätte Kloster Maulbronn oder entlang der Eppinger Linien wird Wandern zur Zeitreise. In 15 Tourentipps mit Karten, Höhenprofilen, Wegbeschreibungen und Erlebnisprofilen bekommen Sie jede Menge Anregungen für Ihre Wanderungen im Land der 1000 Hügel.

REGIOPANORAMA I LAND DER

REGIOPANORAMA I LAND DER 1000 HÜGEL KRAICHGAU-STROMBERG KRAICHGAU-STROMBERG Blühender Klatschmohn und bewaldete Hügel © Niels Dick ES WAR EINMAL IM … LAND DER 1000 HÜGEL „Träum ich oder wach ich?“ Das denken Wanderer so manches mal, wenn sie im Kraichgau-Stromberg unterwegs sind. Im Nordwesten Baden-Württembergs gelegen, umrahmt von den Städten Heidelberg, Heilbronn, Pforzheim und Karlsruhe, versteckt sich eine Insel der Ruhe. Beim Wandern durch das Hügelland mit seinen Burgen, den historischen Fachwerkstädtchen, durch tiefe Hohlwege und alte Streuobstwiesen, fühlen sich Wanderer bisweilen wie „Hans im Glück“ unterwegs mit der Erkenntnis, dass zum Wanderglück allein ein märchenhafter Weg genügt. Die Landschaften und ihre Orte scheinen in einem seeligen Dornröschenschlaf zu liegen. Tatsächlich steht die Zeit im Land der 1000 Hügel mancherorts still. Wie in dem historischen Fachwerkstädtchen Bretten, das einmal im Jahr anlässlich des Peter-und-Paul-Fests das Mittelalter lebendig werden lässt und für mehrere Tage zum historischen Spektakel lädt. Auch auf dem Eppinger-Linien-Weg wird der Wanderer in eine andere Zeit versetzt, steht er vor einem der eindrucksvollen Wehrtüme, die vor 300 Jahren zur Abwehr der Franzosen dienen sollten. So friedlich die Landschaften von Kraichgau, Stromberg-Heuchelberg, Zabergäu sowie von Enz- und Neckartal heute Wanderer begeistern, so stürmisch ging es hier vor ein paar hundert Jahren zu. Nicht nur die Franzosen suchten diese fruchtbare und sonnenverwöhnte Region unter ihre Herrschaft zu nehmen. Auch zwischen den Badenern und Württembergern ging es immer wieder hoch her. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Schaut man auf die Liebe zum Wein, so waren sich Badener wie Schwaben schon immer einig. Vor allem Rotweine gedeihen an den sonnigen Hängen der badischen wie württembergischen Lagen besonders gut. Und das seit langer Zeit, denn den Wein brachten einst die Römer in die Region mit dem milden Klima. Das harmonische Miteinander aus Kultur- und Naturlandschaften macht die Region gerade für Wanderer besonders reizvoll. So hat man vielerorts Wert darauf gelegt, alte Streuobstwiesen zu erhalten. Sie sind heute Heimat zahlreicher geschützter Tier- und Pflanzenarten. Auch die Trockenrasen sind mit ihrem Blütenreichtum Augenweide und Artenparadies zugleich. Beim Weinbau haben sich die Wengerter vielerorts für die landschaftlich wie ökologisch wertvollen Trockensteinmauern entschieden. Das freut Wanderer wie Weinkenner. Und so ziehen Neckar, Enz und Zaber gemütlich ihre Schlaufen entlang der Steillagen, wie sie schon vor hunderten von Jahren mühsam gepflegt und geerntet wurden. Traditionsreich sind auch die von den Winzern betriebenen Besenwirtschaften in der Region. Die gemütlichen kleinen Gaststätten auf Zeit bieten ein leckeres „Viertele“ und deftige regionale Spezialitäten wie Maultaschen. Und so ist man auch gleich im „Schlaraffenländle“. Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie 15 Touren und jede Menge Höhepunkte im Land der 1000 Hügel für märchenhafte Wandererlebnisse zusammengestellt. 8 WANDERMAGAZIN Frühling 2019

Wald, Wein und burgengekrönte Hügel im Kraichgau © Kraichgau- Stromberg Tourismus e.V., Ulrike Klumpp Dichter Eichenwald im Naturpark Stromberg-Heuchelberg © Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V. Muschelkalkfelsen in den Felsengärten an der Enz © Eberhard Spaeth KRAICHGAU Der Kraichgau im Nordwesten des Kraichgau-Stromberg ist der badische Teil der Region. Begrenzt wird er vom Odenwald im Norden, dem Schwarzwald im Süden und der Oberrheinischen Tiefebene im Westen. In der hügeligen Landschaft des Kraichgaus rund um Eppingen und Bruchsal ließen sich dank des fruchtbaren Lössbodens schon vor Jahrhunderten die Menschen nieder. So siedelten bereits Römer und Alemannen in dieser Region. Das milde Klima und der ertragreiche Boden machten den Kraichgau zu einem der ältesten Kulturräume Europas. Die einst von dichtem Wald bedeckten Hügel wichen mit der Zeit dem Wein- und Obstanbau. Die vielen Burgen auf den Hügeln zeugen ebenfalls davon, dass es sich hier gut leben ließ. Besonders eindrucksvoll ist die Ravensburg bei Sulzfeld aus dem 13. Jh. Von dem 30 Meter hohen Burgfried aus blickt man weit über ein Wanderreich aus Weinbergen, Streuobstwiesen, blütenreichen Magerrasen, Wald und Feldern. Dieses landschaftliche Mosaik aus Kultur- und Naturlandschaft macht den besonderen Reiz des Kraichgaus aus. Und natürlich all die Menschen, die über viele hundert Jahre ihre Spuren hinterlassen haben. So ist die wein- und waldreiche Landschaft gekrönt von einem großen kulturellen Reichtum, wie z. B. in der Fachwerkstadt Eppingen, der Melanchthonstadt Bretten oder dem Barockschloss Bruchsal. STROMBERG- HEUCHELBERG Wald, Wein, Wiesen und Wasser geben den Wander-Rhythmus des Naturpark Stromberg-Heuchelberg vor. Überwiegend im württembergischen Teil des Kraichgau-Strombergs gelegen, ist der 330 qm große Naturpark zur Hälfte von Wald bedeckt. Die Höhenzüge des Heuchelbergs und Strombergs heben sich wie eine Insel aus dem Neckar-Enz Becken und der Mulde des Kraichgaus empor. Der Wald, in dem jeder dritte Baum eine Eiche ist, breitet sich vor allem an den schattenseitigen Nordhängen aus. Hier lebt auch das „Phantom“ des Strombergs: die Wildkatze. In der Wildkatzenwelt des Naturparks können insbesondere Kinder mehr über diesen scheuen Bewohner erfahren. Die sonnigen Südhänge von Stromberg und Heuchelberg sind von jeder Menge Weinreben bedeckt. Dazwischen blühen Streuobstund Trockenwiesen. Eine Landschaft, die sonnige Wanderungen durch blühende Wiesen, weite Aussichten über die Weinberge und schattige Waldpfade beschert. Erfreulicherweise ist die Landwirtschaft im Stromberg-Heuchelberg vielerorts klein strukturiert geblieben. Die Täler des Naturparks sind von zahlreichen kleinen Flüssen durchzogen und immer wieder geht es vorbei an Seen, die gerade im Sommer Abkühlung verschaffen. Am Stausee Ehmetsklinge kann man sich nicht nur erfrischen, sondern im Naturparkzentrum über den Naturpark an vielen Mitmachstationen informieren. Kulturelle Höhepunkte im Naturpark sind die Eppinger Linien sowie das UNESCO Weltkulturerbe Kloster Maulbronn. ZABER-, ENZ- UND NECKARTAL Das Wasser spielt die Hauptrolle rund um Neckar, Enz und Zaber. Gemächlich ziehen die drei Flüsse ihre engen Schlaufen durch die steilen Weinlagen und dann wieder sanften Flussauen. Wasser, Wein und Muschelkalk prägen die teils schroffen Landschaften im Enzund Neckartal sowie im Zabergäu. Das Enztal zwischen Mühlacker und Vahingen begrenzt den Stromberg im Süden und schlängelt sich durch ein tief in den Muschelkalk eingegrabenes Tal. Besonders sehenswert ist die Enzschleife bei Mühlhausen, wo sich die Enz bis zu 80 Meter tief in den Fels gegraben hat. Wie sehr Mensch, Wein und Wasser eine Einheit bilden, zeigt sich eindrucksvoll am Neckar im Fachwerkort Besigheim, der von Wasser und Weinbergen umschlossen ist. Die alten Trockensteinmauern aus Muschelkalksteinen, die in mühsamer Kleinstarbeit in den steilen Lagen ständig erneuert werden müssen, geben dem Boden in den Steillagen Halt. Die Steine aus den 250 Millionen Jahre alten Muschelkalkablagerungen kann man in den Hessigheimer Felsengärten bei Besigheim bestaunen. Der dritte Fluss im Bunde ist die Zaber mit dem nach ihr benannten Zabergäu, das sich zwischen den Höhenzug des Heuchelbergs im Norden und den Stromberg im Süden schiebt. Hier ist Deutschlands größtes Rotweinanbaugebiet beheimatet. Das Herz des Zabergäus liegt in Brackenheim, dem Geburtsort von Theodor Heuss. Auf dem Lembergerweg kann man Heuss‘ liebsten Wein mit herrlicher Aussicht genießen. www.wandermagazin.de 9